Hördefizite: Tribut an Alter und Lärmbelastung

Ursachen sind vielfältig

Hörminderungen sind viel weiter verbreitet als viele Menschen glauben. Einer von fünf Deutschen leidet darunter. Defizite des Hörsinns können vielfältige Ursachen haben – von genetischen Anlagen über Infektionen und Verletzungen bis hin zu degenerativen Veränderungen.

 

Grundsätzlich unterscheidet man drei Arten von Schwerhörigkeit: Hörminderungen durch Alter, Hörminderungen durch Lärm, Hörminderungen durch Krankheiten. Dabei gilt: Keine Hörminderung ist identisch mit einer anderen. Deshalb muss jedes Hörgerät vom Fachmann individuell angepasst werden.

Anzeichen für Hörstörungen

>> Sie hören das Ticken der Uhr nicht mehr und überhören gelegentlich die Türklingel oder das Telefon.
>> Sie bemerken ein herannahendes Auto erst im letzten Moment oder hören es überhaupt nicht.
>> Sie erhalten Beschwerden von Angehörigen oder Nachbarn, dass Sie das Radio oder den Fernseher zu laut „aufgedreht“ haben.
>> Sie registrieren das Singen der Vögel nicht mehr und hören die Grillen nicht mehr zirpen.
>> Sie verstehen im Theater, bei Vorträgen oder Meetings nicht mehr alles.
>> Sie haben Schwierigkeiten, Gesprächen zu folgen und sich in lauter Umgebung mit einzelnen Personen zu unterhalten.
>> Sie haben den Eindruck, dass die meisten Leute nuscheln oder undeutlich sprechen.

Hörminderungen durch …

Sinnesorgane lassen im Alter nach

Der gesamte menschliche Organismus muss – bei manchen Menschen früher, bei anderen später – dem Alter Tribut zollen. Auch bei unseren Sinnesorganen treten im Laufe der Jahre „Verschleißerscheinungen“ auf.

 

Der gerne gebrauchte Begriff „Altersschwerhörigkeit“ ist allerdings irreführend, weil das Nachlassen der Hörfähigkeit keinem Automatismus folgt. Sie ist vielmehr das Ergebnis einer Vielzahl schädigender Einflüsse im Verlauf unseres Lebens und genetischer Anlagen. Zumindest zum Teil können wir die Entwicklung unseres Hörvermögens also beeinflussen.

 

Abhängig von der Lärmbelastung, nutzen sich die Haarsinneszellen in unserer Hörschnecke ab und ihre Leistungsfähigkeit lässt nach. Die typischen Folgen: Die Betroffenen nehmen zum Beispiel hohe und leise Töne schlechter wahr, gesprochene Worte kommen undeutlicher bei Ihnen an und sie müssen den Fernseher lauter aufdrehen. Hinzu kommt eine zunehmende Empfindlichkeit gegenüber lauten Tönen und Hintergrundgeräuschen.

Die Welt wird immer lauter

Ausgelöst durch eine immer lauter werdende (Arbeits-)Welt, sind Hörminderungen durch Lärm mittlerweile eine der häufigsten Berufskrankheiten. Eine weitere Ursache für den Verlust an Hörfähigkeit ist aber auch die hohe Lärmbelastung im Freizeitleben und der fahrlässige Umgang vieler Menschen mit dem eigenen Hörsinn.

 

Laute Musik in der Disco, bei Konzerten oder beim Abhören mit mobilen Geräten ist einer der wesentlichen Gründe für die Zunahme von Hörstörungen gerade bei jungen Menschen.

 

Wie stark das Gehör letztlich durch Lärmeinflüsse geschädigt wird, hängt einerseits von der Intensität des Schalls und andererseits von der Länge des Einwirkens ab. Nachhaltige Schädigungen können zum Beispiel bereits eine Dauerlautstärke von 85 Dezibel – entspricht dem Schallpegel einer stark befahrenen Straße – oder ein einmaliger extremer Lärmpegel verursachen. Die daraus entstehenden Beeinträchtigungen im Alltag nehmen mit nachlassendem Hörvermögen und steigendem Alter kontinuierlich zu.

Gefahren für das Gehör

Weitere Auslöser für Hörminderungen können Krankheiten (Infektionen, Tumore usw.) und Verletzungen sein. In diesen Fällen wird der Schall meist nicht mehr durch das äußere bzw. das Mittelohr übertragen oder seine Weiterverarbeitung im Innenohr, im Hörnerv oder in den Nervenbahnen funktioniert nicht mehr richtig.